Ritter vom Glück
Einst zog ich aus, als Ritter vom Glück,
die Liebe – die Eine zu finden.
Auf des Weges ein gutes Stück,
traf ich auf einen Blinden.
Beherzt und deutlich sprach er zu mir,
ohne Regung, dass er mich nicht sah,
„Erblickte nie Pflanzen, kein wildes Getier,
doch viele Menschen waren mir nah!“
„Oft kann Dich trügen der äußere Schein,
wird die Seele dem Auge nicht gewahr.
Es kann so böse und arglistig sein,
was stellt sich gar anmutig dar.“
„Die Augen nun schließe,
mit dem Herzen nur sieh!
So unterscheide die fiese,
von einer guten Partie !“
Ich vernahm seine Kunde,
dann ließ ich ihn zieh’n.
Und legte zu Grunde,
diese Weisheit von ihm,
für die Suche nach Liebe,
an die tat ich glauben,
ungeachtet der Diebe,
die Herzen nur rauben.
Dann traf ich die eine,
der ich Treue wollt’ schwören,
das ganze Herz, das meine,
sollte ihr nur gehören.
Wie einst vom Blinden kund getan,
ich meine Augen schloss,
und auf der Herzens Bahn,
ich das Gefühl genoss.
Doch ihr Herz war schon vergeben,
versprochen einem and’rem Mann.
Es half kein noch so liebes Streben,
kam an ihr Herz nicht nahe ran.
So vergingen Wochen, Jahre,
doch ließ ich niemals von ihr ab.
Dass ich auf dem „Holzweg“ fahre,
hörte ich oft kurz und knapp.
Erst nach langer, glücklos Zeit,
fand mein Herz sich damit ab.
dass für ein „wir“ sie nicht bereit.
So stieg den Gipfel ich hinab.
Als ziehender Ritter,auf dem Wege,
traf ich dann den Blinden wieder.
Er saß am See, an einem Stege,
neben einem weißen Flieder.
„Sei mit dem Herzen nicht betrübt,
es gibt viele einsam Seelen,
doch nur wer wahrhaft hat geliebt,
wird niemals and’re Herzen stehlen.“
Ich lauschte ihm, war still und leise,
merkte, wie die Zeit verflog,
und begriff auf diese Weise,
dass ich selber mich belog.
„Überall sind neue Türen,
Schlüssel Du zu nutzen lerne ,
um die richt’ge aufzuspüren,
wo dort leuchten Deine Sterne!“
Er hatte recht, und ich verstand,
von „Gestern“ ich mich lösen muß,
so zieh’ ich eine gläsern’ Wand,
mit der Vergangenheit ist Schluß.
Ich bin Ritter, der vom Glück,
und ich öffne neue Türen,
schreite vorwärts, nicht zurück,
denn ich möcht’ das Leben spüren.
06.07.2005 W.T.Stone